Voice Apps (Skills, Actions) – was ist das?

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Erklärung Voice Apps (inkl. App Store Link)
Aufruf von Voice App
Voice Apps im Marketing

Mit dem Aufkommen der Sprachassistenten sind immer häufiger die Begriff Voice App, Skill und Action zu hören. Wir wollen hier erklären, was unter diesen zu verstehen ist und warum diese für das Marketing so wichtig sind. Außerdem finden Sie unten die Links zu den App-Stores für Alexa, Google Assistant, etc.

Was ist eine Voice App?

Voice Apps sind Programme, mit Hilfe derer man eigene Dialoge und Funktionalitäten in Sprachassistenten integrieren kann. Wie können analog zu Apps auf Smartphones zu verstehen, mit denen man analog das Smartphone-Betriebssystem um eigene Funktionalitäten erweitern kann. Beim Amazon Amazon-Sprachassistent Alexa heißen diese Voice Apps „Skill“, während sie beim Google Assistant „Action“ genannt werden.

Was ist ein (Amazon / Alexa) Skill?

Ein Skill ist eine Funktionalität bzw. Programmierung auf dem Sprachassistenten Alexa von Amazon, die von Drittanbietern erstellt wird. Sie erlaubt z.B. Unternehmen, unter dem eigenen Namen auf Sprachassistenten präsent zu sein und Dialoge mit Kunden zu führen. Ein Hersteller-unabhängiger Begriff für Skill ist Voice App.

Ein Skill wird mit „Alexa, frage (Skill-Name) …“ angesprochen (d. h. auf diese Weise wird die Voice App aktiviert und die Kommunikation an deren Programmierung zur Bearbeitung geleitet).

Zur Übersicht aller Alexa Skills im Amazon Skill-Store

Was ist eine (Google) Action?

Eine Action ist eine Funktionalität bzw. Programmierung auf dem Sprachassistenten Google Assistant, die von Drittanbietern erstellt wird. Sie erlaubt z.B. Unternehmen, unter dem eigenen Namen auf Sprachassistenten präsent zu sein und Dialoge mit Kunden zu führen. Ein Hersteller-unabhängiger Begriff für Action ist Voice App.

Eine Action wird mit „Ok Google, rede mit (Action-Name) …“ angesprochen (d. h. auf diese Weise wird die Voice App aktiviert und die Kommunikation an deren Programmierung zur Bearbeitung geleitet).

Zur Übersicht aller Google Actions im Google App-Store

Was ist eine (Bixby) Capsule?

Eine Bixby Capsule ist eine Voice App auf dem Samsung-Sprachassistenten Bixby. Es handelt sich um eine App, die Sprachfunktionalitäten zur Verfügung stellt und es Unternehmen ermöglicht, sich so mit eigenen Inhalten und Funktionalitäten in den Sprachassistenten Bixby zu integrieren.

Der Bixby Marketplace , der eine Gesamtübersicht über alle Capsules bietet, ist bisher (laut Pressemeldung) nur für die USA und Korea verfügbar.

Eine Analogie zum Smartphone

Voice Apps sind dabei analog zu Apps auf Smartphones zu verstehen. Die Grundfunktionalitäten eines Smartphones werden vom Anbieter des Betriebssystems gestellt, also von Google im Falle von Android Handys oder von Apple bei deren Smartphones. Durch Smartphone Apps können aber auch Drittanbieter (z.B. Unternehmen im Rahmen des Marketings) Funktionen auf den Smartphones erbringen. Analog stellt der Anbieter von Sprachassistenten die Grundfunktionalitäten dieser Geräte zur Verfügung, Drittanbieter können sich aber durch Voice Apps eigene Angebot integrieren.

So werden Voice Apps aufgerufen

Ein Sprachassistent muss natürlich wissen, mit welcher Software ein Nutzer sprechen möchte: mit dem Sprachassistenten selbst oder mit der Voice App eines Drittanbieters. Um das zu unterscheiden sucht ein Sprachassistent nach besonderen Erkennungsworten. Bei Alexa von Amazon sind das „Alexa, frage …“, beim Google Assistant ein „Hey Google, rede mit …“, jeweils gefolgt vom Namen der Voice App.

Beispiel: Sie sagen zum Amazon Echo „Alexa, frage Gartenberater, in welchem Monat Tulpenzwiebeln gepflanzt werden sollten“. In diesem Fall erkennt der Amazon Sprachassistent, dass nicht er selbst gefragt ist, sondern die Voice App namens „Gartenberater“. Deren Programmierer bzw. die von diesen erstellte Software erhält dann die gestellte Frage nach dem Pflanzzeitpunkt, kann diesen ermitteln und gibt einen Text an Amazon zurück, der von Alexa dann ausgesprochen wird. Wie genau die Antwort ermittelt wird und was zwischen Anfrage und Antwort geschieht liegt vollständig in der Hand des Anbieters bzw. Programmierers der Voice App.

Für Samsungs Bixby gibt es keine spezielle Formulierung, um Voice Apps (Capsules) anzusprechen. Hier legt der Nutzer für bestimmte Anfragen/Aufgaben fest, welche Capsule jeweils automatisch verwendet werden soll.

Installation / Aktivierung von Voice Apps

Während auf einem Smartphone Apps aus dem App Store heruntergeladen und installiert werden müssen, ist die bei Voice Apps auf Sprachassistenten nicht notwendig. Auf dem Google Assistant stehen alle Actions jederzeit für alle Nutzer zur Verfügung und können einfach angesprochen werden. Die Skills auf Amazon-Sprachassistenten müssen hingegen einmalig aktiviert werden. Das ist über „Alexa, (Skill-Name) aktivieren“ möglich oder per Smartphone in der Alexa-App. Danach steht der Skill jederzeit zur Verfügung.

Namenloser Aufruf von Voice Apps

Fast immer werden Voice Apps wie dargestellt anhand ihres Namens aufgerufen. Es gibt aber auch noch andere Wege, wie eine Voice App aktiviert werden kann: die so genannten „name-free interactions„, wie sie z.B. Alexa bietet. Spricht ein Nutzer keine Voice App, sondern den Sprachassistent direkt an, wird dieser Versuchen, die Absichten des Nutzers bestmöglich zu erfüllen. Dazu greift er auf unterschiedlichste Informationsquellen zurück (u.a. das WWW-Internet), er versucht aber auch, einen geeigneten Skill zu finden, der ggfls. für die begonnene Kommunikation am besten geeignet ist. Sicherlich ist die Anwendung solche name-free interactions derzeit nicht eher selten, sie sollte bei Konzeption und Programmierung eines Skills aber auch Marketingsicht mit bedacht werden.

Voice Apps im Marketing

Im Wesentlichen wird Marketing auf Sprachassistenten fast immer über Voice Apps, also über eigens programmierte Dialoge des werbetreibenden Unternehmens realisiert. Sie stellen den zentralen und fast einzigen Weg dar, um als Unternehmen auf Alexa, Google Assistant & Co. präsent zu sein. Die Konzeption und anschließend die technische Umsetzung von Voice Apps ist daher die typische Aufgabenstellung eines Voice Marketings. Lediglich einige spezielle Marketingdisziplinen wie Voice-SEO kommen ganz ohne eigene Voice Apps aus und versuchen, das Unternehmen, Marke oder Produkt auf anderen Wegen auf Sprachassistenten zu platzieren.

Wie bzw. wo werden Skills & Actions im Marketing eingesetzt?

Da Voice Apps eine große Rolle im Sprachassistenten-Marketing spielen und sich diese Website hier als Ganzes mit diesem Thema beschäftigt, könnten wir an dieser Stelle nochmal das gesamt Menü abschreiben. Das wollen wir natürlich nicht tun, aber zumindest kurz auf die wichtigsten Marketingbereiche hinweisen, in denen Voice Apps üblicherweise eine wichtige Rolle spielen:

Voice Apps bekannt machen (Marketing für Voice Apps)

Ein Prospekt der gedruckt, aber dann nicht aktiv verteilt wird, eine Smartphone-App, die nur eine unter Millionen im App-Store ist oder eine Voice App, von der niemand weiß – alle drei werden nicht erfolgreich sein. Deshalb gilt es, Voice Apps – wie es auch schon für Smartphone Apps gilt – selbst zu bewerben. Sie sind ein Marketing-Instrument, das selbst beworben werden muss, um erfolgreich zu sein. Eine Vernetzung mit anderen Marketingaktivitäten muss also bereits bei der Konzeption mit vorgesehen werden.

Die Stimme der eigenen Voice App

Sprachassistenten klingen immer gleich? Stimmt nicht. Die Stimme kann bei Sprachausgaben von Voice Apps durchaus an den eigenen Marketingbedarf angepasst werden. Das geht von einfachen Veränderungen in der Modulation über die Auswahl einer alternativen Standardstimme bis hin zum Streaming aufgenommener Sprecher. Mehr dazu in unserem Artikel zur Veränderung von Stimmen und Aussprache in Voice Apps.


Quelle: Dieser Beitrag basiert auf dem Kapitel „Ihr eigenes Unternehmen in Alexa, Google Assistant & Co. bringen – Voice Apps (Alexa Skills, Google Actions & Co.)“ im Buch: Hörner, Thomas (2019): Marketing mit Sprachassistenten. So setzen Sie Alexa, Google Assistant & Co. strategisch erfolgreich ein. Wiesbaden: Springer Gabler.

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